
Freuen sich über den Ratsbeschluss: Jutta Dettmann und Tobias Reuter.© Stadt Melle „Jetzt gehen wir den wichtigen Schritt von der Planung in die Umsetzung und haben die Chance die Wärmewende in Melle gemeinsam zu gestalten“, sagte Bürgermeisterin Jutta Dettmann, während Tobias Reuter, in der Stadtverwaltung zuständig für die Kommunale Wärmeplanung, ergänzte: „Mit Blick auf den Wärmeplan möchten die Menschen in Melle informieren, beraten und unterstützen. Dazu stehe ich als Ansprechpartner immer gern zur Verfügung.“
Allen voran steht die Informationskampagne als zentrales, begleitendes Element. In dieser werden alle Menschen in Melle über die Ergebnisse der Wärmeplanung, ihre Auswirkungen und Chancen informiert. Gebäudeeigentümer sollen mit Informations- und Beratungsangeboten unterstützt und motiviert werden, die eigenen Immobilien fit für die Zukunft zu machen. Das heißt eine Umstellung auf erneuerbare Heizungen und energetische Maßnahmen was in der Regel auch nacheinander und schrittweise möglich ist.
Den Hochrechnungen zu Folge wird ein Großteil der Haushalte in Zukunft mit Wärmepumpe heizen. Eine Heizungsart mit vielen Vorteilen und einer hohen Effizienz, die in den meisten Gebäuden genutzt werden kann. Für Gebäude, in denen eine Wärmepumpe nicht in Frage kommt, könnten in Zukunft Biomasse oder ein Fernwärmeanschluss zum Einsatz kommen. Welche Gebiete sich grundsätzlich für die Errichtung eines Fernwärmenetzes eignen würden, kann ebenfalls dem fertigen Wärmeplan entnommen werden. Ob solch ein Netz entsteht, ist allerdings von einigen Randbedingungen abhängig. Vor allem muss sich ein Netzbetreiber finden, der das Projekt angehen möchte. Die Stadt Melle selbst ist kein potenzieller Betreiber solcher Netze, allerdings wird die Stadtverwaltung mit Vorarbeiten, ersten Untersuchungen und der Koordinierung der Akteure und Interessenten unterstützen. Menschen, die in einem Eignungsgebiet für ein Fernwärmenetz liegen, können sich gerne an die Stadt Melle wenden und ihr Interesse an einem Anschluss bekunden. Dies hilft abzuschätzen, wie viele Kunden in einem Gebiet gewonnen werden könnten und ob sich ein Netz wirtschaftlich betreiben ließe.
Zu all diesen Themen gibt Herr Reuter vom Amt für Umwelt und Klimaschutz Auskunft. Er kann darüber hinaus weitere wertvolle Hinweise rund um das Thema Heizungstausch und energetische Sanierung geben.
Das Thema Wasserstoff wurde in der Wärmeplanung betrachtet, jedoch wird dieser Energieträger in absehbarer Zeit keine Option für das Heizen in Melle sein. Dies liegt unter anderem daran, dass Melle nicht an das Wasserstoffkernnetz angeschlossen wird und das Gas somit auch in Zukunft vorerst kaum verfügbar sein wird. Auch sind die Preise für Wasserstoff derzeit noch sehr hoch und die zukünftige Entwicklung schwer abzuschätzen.
Neben der Informationskampagne und der Unterstützung bei der Entwicklung der Wärmenetze in Melle, soll die Verwaltung die Erschließung weiterer erneuerbarer Energiequellen unterstützen, dazu zählen unter anderem Abwärme aus Abwasser, Industrie und Biogasanlagen, die dann wiederum in Wärmenetzen genutzt werden können.
Mit den Erkenntnissen, die jetzt in der Umsetzung gesammelt werden, wird der Wärmeplan dann in fünf Jahren auf Grundlage neuer Daten fortgeschrieben. Dabei wird überprüft ob wir uns auf dem Zielpfad befinden und an welchen Stellen wir die Planung anpassen müssen, um unser Ziel zu erreichen: bis zum Jahr 2040 klimaneutral zu sein.
Die Wärmewende kommt langsam in Schwung und wir sind alle ein Teil davon. Dabei bietet die Transformation zu erneuerbaren Energien viele Chancen für mehr Unabhängigkeit und regionale Wertschöpfung.
Der beschlossene Wärmeplan ist bereits online verfügbar und in den nächsten Wochen wird die Website der Stadt Melle schrittweise um weitere Informationen rund um das Thema Wärmewende erweitert werden. Wer auf dem Laufenden bleiben möchte, kann sich für Aktualisierungen eintragen oder schaut regelmäßig vorbei auf der Internetseite